rosa schwein  

Rother Eiserapfel

 

 

 

 


Heimath und Vorkommen: diese durch Haltbarkeit und reiche Tragbarkeit schätzbare Frucht ist deutschen Ursprungs; sie wurde bereits im 16. Jahrhundert um Bamberg und Nürnberg häufig angebaut und ist in Deutschland sehr verbreitet. Von der zweiten Versammlung deutscher Pomologen zu Gotha im Jahre 1857 wurde sie zum allgemeinen Anbau empfohlen. Literatur und Synonyme: 1. Rother, drei Jahre dauernder Streifling (Diel, V. S. 175). 2. Rother Eiserapfel (Illustrirtes Handbuch der Obstkunde No. 438). 3. Rother Eiserapfel (Niederländischer Obstgarten No. 6). In Werder wird er viel unter dem Namen Rahmapfel, in der Priegnitz ganz allgemein als Schornsteinfeger angebaut. Gestalt: mittelgrosser, etwa 80 mm breiter, 70 mm hoher, hochaussehender, etwas kegelförmiger Apfel; der Bauch sitzt ziemlich in der Mitte, oft etwas mehr nach dem Stiele hin, um den die Frucht sich flachrund wölbt, nach dem Kelche aber stärker abnimmt und mit flacher Spitze endigt. Kelch: geschlossen; Blättchen grünbleibend, lang zugespitzt, wollig; Kelcheinsenkung flach, meist mit mehr oder weniger starken Falten, die herausgehen und sich flach über die ganze Frucht ausbreiten. Stiel: kurz, gewöhnlich nicht herausragend, bräunlich grün; Stieleinsenkung tief, trichterförmig, mit strahligem Roste besetzt. Schale: glatt, leicht beduftet, abgerieben glänzend, schmutziggrünlich, lagerreif gelblich, karmoisinroth verwaschen und gestreift; gelbliche und braunrothe Punkte sind über die ganze Frucht zerstreut. Fleisch: grünlich-weiss, später gelblich-weiss, fein, saftreich, in voller Reife mürbe, von etwas süss-weinsäuerlichem Geschmacke; ohne alles Gewürz. Kernhaus: hohlachsig; Fächer gross, geöffnet, meistens wenig entwickelte, rundlich-ovale, kurz zugespitzte braune Samen enthaltend; der durch die grünlichen Gefässbündel umgrenzte Theil des Fleisches zwiebelförmig, stielwärts aufsteigend abgerundet, kelchwärts stumpf zugespitzt; Kelchröhre trichterförmig, Staubfäden in der Mitte entspringend. Reife und Nutzung: recht guter Wirthschaftsapfel, im Sommer auch zum Rohgenusse angenehm; zeitigt im Januar, hält sich bei guter Aufbewahrung den ganzen Sommer hindurch und fault fast nie. Eigenschaften des Baumes: er wächst stark, bildet eine flache, grosse Krone mit abstehenden Aesten, trägt sehr voll, gedeiht in jedem, nicht zu trockenen Boden, selbst in rauhen Lagen; er ist deshalb zur Bepflanzung der Landstrassen zu empfehlen. Sommertriebe lang, ziemlich stark, schwärzlichviolett, etwas wollig, fein punktirt; Blüthenaugen stumpf-kegelförmig, wollig; Holzaugen spitz, anliegend; Blatt gross, spitzeiförmig, scharf gezähnt; Afterblätter linienförrhig.

Diel V. 2; Luc. XIII. 2.b; Hogg III. 1. B. †† Januar Sommer.