rosa schwein  

Grüner Fürstenapfel

 

 

 

 


Heimath und Vorkommen: er wurde bereits zu Ende des vorigen Jahrhunderts im kurfürstlichen Garten zu Coblenz kultivirt. In der 7. Versammlung deutscher Pomologen zu Trier im Jahre 1874 wurde er unter die Zahl der 50 zum allgemeinen Anbau empfohlenen Aepfel aufgenommen. Literatur und Synonyme: 1. Grüner Fürstenapfel (Diel, Kernobstsorten, 1799, I. S. 232). 2. Kempes Pauliner (Diel A—B IV. S. 131). 3. Prince Verte (André Leroy, Dictionaire de pomologie No. 352). 4. Grüner Fürstenapfel (Illustrirtes Handbuch der Obstkunde No. 456). Gestalt: mittelgrosser, etwa 70 mm. breiter, 60 mm. hoher, flachrunder Apfel; der Bauch sitzt in der Mitte und nimmt nach dem Kelche zu etwas mehr ab; die eine Seite ist mitunter mehr entwickelt, als die andere. Kelch: geschlossen; Blättchen lang, spitz, wollig, in die Höhe stehend und zusammen neigend; Kelcheinsenkung breit, geräumig, mit schwachen Falten umgeben, welche sich wenig bemerklich über die Frucht hinziehen. Stiel: kurz, oft auch länger, holzig, braun, etwas wollig; Stieleinsenkung tief, eng, fein und wenig strahlenförmig berostet. Schale: fein, glänzend, im Liegen geschmeidig, vom Baume blass grün, später gelblich grün, sehr besonnte Früchte auf der Sonnenseite mit rothbraunem Anflug; Schalenpunkte fein, zerstreut, grünlich, im Roth bräunlich; Geruch schwach. Fleisch: grünlich weiss, fein, fest, saftreich, von erfrischendem, sehr mild weinsäuerlichem Geschmacke. Kernhaus: hohlachsig; Fächer gross, geöffnet, aufgesprungen, gut ausgebildete, länglich eiförmige, lang zugespitzte, hellbraune Samen enthaltend. Der durch die grünlichen Gefässbündel umgrenzte Theil des Fleisches hoch zwiebelförmig, stielwärts abgerundet, kelchwärts sanft zugespitzt; Kelchröhre kurz, Staubfäden in der Mitte entspringend. Reife und Nutzung: sehr schätzbarer und lange dauernder Apfel für die Wirthschaft; er zeitigt im Januar und hält sich bis tief in den Sommer. Eigenschaften des Baumes: er wächst sehr stark, ist gesund, nicht empfindlich, kommt in jedem Boden gleich gut fort, bildet schöne hochkuglige Kronen und ist sehr fruchtbar. Für rauhe Lagen und nördliche Gegenden zur Bepflanzung der Wege und Landstrassen sehr zu empfehlen. Sommertriebe stark, wollig, braun, silberhäutig, zahlreich und stark punktirt; Blüthenaugen eirund, abgestumpft, wollig; Blattaugen zugespitzt, anliegend; Blätter gross, breit eilanzettlich, an der Basis und der Spitze auslaufend, tief und stumpf gezähnt, auf der Oberfläche dunkelgrün, auf der unteren schwach grauwollig; Afterblätter linienförmig. Die Frucht zeichnet sich, wie auch schon Oberdieck ganz richtig bemerkt, durch eigenthümliche Schwere aus.

Diel VII. 1; Luc. XV. 1. b; Hogg. III. 1. A. †† Jan., Sommer.