rosa schwein  

Goldzeugapfel

 

 

 

 


Heimath und Vorkommen: über seinen Ursprung ist nichts sicheres zu ermitteln; er soll aus der Bretagne stammen und le Lectier erwähnt ihn schon im Jahre 1628. Zur allgemeinen Anpflanzung wurde er von der zweiten Versammlung deutscher Pomologen in Gotha im Jahre 1857 empfohlen. Literatur und Synonyme: 1. Drap d'or de Brétagne (le Lectieur, d'Orleans, Catalogue des arbres cultives dans son verger et plant, 1628, S. 24); 2. d'Or (dom Claude Saint-Etienne, Nouvelle instruction pour connaître les bons fruits, 1670, S. 214); 3. Goldzeugapfel, Diel, 1800, III. S. 115); 4. Bay (Thompson, Catalogue of fruits cultivated in the garden of the horticultural Society of London, 1842, No. 219); 5. Goldzeugapfel (Illustrirtes Handbuch der Obstkunde No. 116); 6. Drap d'or (André Leroy, Dictionnaire de pomologie No. 146); 7. Oberdieck's grosse gelbe Zuckerreinette (Liegel); 8. Vrai drap d'or (Mas, le verger, No. 23). In Belgien, Frankreich und in Deutschland kommt er unter den verschiedensten Namen häufig vor und in Werder bei Potsdam ist er als Milchapfel sehr verbreitet. Gestalt: grosser, 85 mm. breiter, 70 mm. hoher, flach kugelförmig gebauter Apfel; der Bauch befindet sich ziemlich in der Mitte und flacht sich fast gleichmässig nach Kelch und Stiel ab. Kelch: geschlossen; Blättchen lang zugespitzt, oft auch kürzer, grün, wollig; Kelcheinsenkung schwach, mit Fleischperlen und feinen Falten umgeben, welche heraustreten und sich über die ganze Frucht erstrecken. Stiel: kurz, oft fleischig, wollig, wenig hervortretend; Stieleinsenkung tief, wenig breit, lange grün bleibend, gewöhnlich ohne Rost. Schale: glatt, fein, glänzend, vom Baume gelblich grün, mit flammenartigen grünen Streifen an der Stielwölbung, lagerreif blassgelb, auf der Sonnenseite oft goldgelb gefärbt. Schalenpunkte häufig, oft grünlich umflossen. Rostanftüge selten, in nassen Jahren oft schwärzliche Schorfflecke. Fleisch: gelb, feinzellig, mürbe, saftig, von citronenartig gewürztem, weinsäuerlichem Geschmacke. Kernhaus: hohlachsig; Kammern meist geöffnet, gross calvillartig, zerrissen, gut ausgebildete, länglich ovale, lang zugespitzte Samen enthaltend. Der durch die grünlichen Gefässbündel umgrenzte Theil des Fleisches flach zwiebelförmig, stielwärts und kelchwärts sanftzugespitzt; Kelchröhre trichterförmig, oft tief hinabgehend; Staubfäden sehr hoch entspringend. Reife und Nutzung: vorzügliche Frucht für die Tafel und Wirthschaft, die im November lagerreif wird und sich den ganzen Winter hindurch hält. Eigenschaften des Baumes: er wächst kräftig, bildet hochkugelförmige Krone, deren Zweige etwas hängen, blüht ziemlich spät, ist sehr fruchtbar, liebt aber etwas warme, geschützte Lage und milden, nicht zu trockenen, sandigen Lehmboden. In günstigen Lagen ist er auch zur Bepflanzung der Landstrassen und Wege zu empfehlen. Sommertriebe schlank, dünn, braunroth, wollig, zerstreut punktirt; Fruchtaugen verhältnissmässig klein, stumpf kegelförmig, wollig; Holzaugen klein, spitz, wollig, anliegend; Blätter eiförmig, zugespitzt, oft eilanzettlich, auf der Oberfläche dunkelgrün, auf der Unterfläche graugrün, filzig, schwach gezähnt; Stiele mittellang, schwach, etwas röthlich; Nebenblätter kurz, linienförmig, abstehend.

Diel IV. l; Luc. VII. l. (2.) 6; Hogg III. l. A. ** †† Winter.