rosa schwein  

Cludius Herbstapfel

 

 

 


Heimath und Vorkommen: er wurde vom Superintendenten Cludius zu Hildesheim erzogen und von der 7. Versammlung deutscher Pomologen zu Trier im Jahre 1874 seiner Güte, seiner reichen Tragbarkeit und seines guten Gedeihens wegen zur allgemeinen Anpflanzung empfohlen. Literatur und Synonyme: 1. Cludius' weisser, früher Spitzapfel (Diel, 1833, S. 13). 2. Cludius' Herbstapfel (Oberdieck, Illustrirtes Handbuch der Obstkunde, No. 94). 3. Pomme-d'automne de Cludius (Mas, le Verger, V. No. 32). Gestalt: mittelgrosser, etwa 65 mm. breiter, 60 mm. hoher, meistens hoch aussehender Apfel; der Bauch sitzt ziemlich in der Mitte, wölbt sich flachrund nach dem Stiele und nimmt nach dem Kelche zu merklich ab; die eine Seite ist oft höher gebaut, als die andere. Kelch: geschlossen oder halb geschlossen; Blättchen grün, ziemlich breit, zugespitzt, wollig; Kelcheinsenkung flach, breit, mit schwachen Falten und Rippen, welche ziemlich breit und flach über die ganze Frucht laufen und diese oft unregelmässig und eckig machen, umgeben. Stiel: holzig, etwas herausragend, bräunlich, schwach wollig; Stieleinsenkung tief und entsprechend breit, meistens grünlich braun berostet. Schale: fein, glatt, vom Baume gelblich grün, lagerreif grünlich gelb oder hellgelb mit grünlich bleibenden Stellen; auf der Sonnenseite selten schwach geröthet, gewöhnlich ohne alle Röthe; Punkte fein, grünlich, auf der Sonnenseite weisslich umflossen; Rostfiguren finden sich hin und wieder. Der Geruch ist nur schwach. Fleisch: fein, zart, milchweiss, sehr mürbe, saftig, von weinartigem, schwach gewürztem Zuckergeschmacke. Kernhaus: hohlachsig; Fächer geöffnet, gross; vollkommene, eirunde, kurz zugespitzte, hellbraune Samen enthaltend; Fruchtblätter aufgerissen. Der durch die Gefässbündel umgrenzte Theil des Fleisches zwiebelförmig, stielwärts zugespitzt, sich wenig erhebend, kelchwärts lang zugespitzt. Kelchröhre trichterförmig, tief hinabgehend; Staubfäden in der Mitte entspringend. Reife und Nutzung: recht guter Apfel für die Tafel, aber auch für die Wirthschaft brauchbar; er zeitigt Ende September und hält sich, nach und nach gepflückt, 3—4 Wochen. Eigenschaften des Baumes: er wächst stark, bildet hochgehende Kronen, kommt in jedem Boden gut fort, ist recht fruchtbar und nicht empfindlich. Sommertriebe violettbraun, stark, wollig, schwach punktirt, oft mit Silberhäutchen bedeckt; Fruchtaugen stumpf kegelförmig, wollig; Holzaugen stumpf, anliegend, wollig; Blätter eiförmig oder eilanzettlich, stark gezähnt, unterseits wenig wollig; Blattstiele lang, wollig, etwas geröthet; Afterblätter kurz, linienförmig.

Diel II. 1; Luc. 1. b; Hogg II. 2. A. ** ! Herbst.