rosa schwein  

Kaiser Alexander

 

 

 


Heimath und Vorkommen: er stammt aus Russland, von wo aus er in den zwanziger Jahren nach England, Belgien, Frankreich und Deutschland verbreitet wurde. Auf meine Empfehlung wurde er in Trier im Jahre 1874 von der Versammlung deutscher Pomologen unter die 50 anzupflanzenden Aepfel und von der achten Versammlung zu Potsdam im Jahre 1877 unter die 10 zur Erziehung von Horizontalcordons geeigneten Sorten aufgenommen. Literatur und Synonyme: 1. Kaiser Alexander von Russland (Diel, Kernobstsorten, Nachtrag, Heft II. S. 65). 2. Aporta (van Mons, Catalogue descriptif de partie des arbres fruitiers qui de 1798 à 1823 ont formé sà collection, S. 56 No. 165). 3. Comte Woronzoff (John Turner, Transactions of the horticultural Society of London, 1819, III. S. 328). 4. Beauty of Queen, Belle d'Orleans, President Napoleon (Galopin, de Liége, Catalogue d'arbres fruitiers, 1866, S. 28). 5. Grand-Alexandre (André Leroy, Dictionaire de pomologie, No. 185). 6. Kaiser Alexander (Illustrirtes Handbuch der Obstkunde, No. 39). Gestalt: sehr grosser, etwa 100 mm. breiter, 80 mm. hoher, kugelförmiger, hoch gebauter, stumpf zugespitzter Apfel; der Bauch sitzt wenig unter der Mitte, rundet sich nach unten flach ab und verschmälert sich nach oben. Kelch: offen oder halboffen; Blättchen grün, wollig, ziemlich breit und lang, aufrecht mit nach aussen gebogenen Spitzen; Kelcheinsenkung breit, flach, mit schwachen Falten, welche heraustreten und flache, breite Rippen bilden, die über die Frucht verlaufen. Stiel: stark, holzig, etwa 20 mm. lang, bräunlich; Stieleinsenkung tief, weit, mit strahligem Roste bedeckt. Schale: fein, glatt, glänzend, geschmeidig, vom Baume grünlich gelb, lagerreif fast hellgelb, durchweg schön carmoisinroth gestreift, marmorirt und punktirt, Schalenpunkte fein, wenig bemerkbar. Fleisch: weiss, auch grünlich weiss, locker, saftig, von angenehm gewürztem, weinsäuerlichem Zuckergeschmacke. Kernhaus: hohlachsig; Fächer sehr gross, etwas geöffnet, aufgerissen, rundlich-ovale, kurz zugespitzte, braune, meist gut ausgebildete Samen enthaltend. Der durch die grünlichen Gefassbündel umgrenzte Theil des Fleisches zwiebelförmig, stielwärts flach abgerundet, kelchwärts sanft zugespitzt; Kelcheinsenkung breit kreiselförmig, Staubfäden tief unten entspringend. Reife und Nutzung: ein durch seine Grosse und Schönheit sich auszeichnender Wirthschaftsapfel, der aber auch auf der Tafel noch einen Platz verdient. Er zeitigt Ende October und hält sich bis Ende November. Eigenschaften des Baumes: er wächst kräftig, bildet sehr schöne, breit gewölbte Kronen, ist ungemein tragbar, gedeiht in jedem Boden und fast in allen Lagen, wenn sie nur gegen starke Stürme etwas geschützt sind. Zur Anpflanzung als Horizontal-Cordon kann ich ihn nicht genug empfehlen; er ist sehr tragbar; die Früchte, welche prachtvoll gefärbt sind, erreichen meistens einen Umfang von etwa 30 cm. und werden am besten durch kleine mit einem Brettchen versehene Stäbchen, auf denen sie ruhen, gestützt. Sommertriebe stark, an der Spitze etwas wollig, bräunlich roth, stark punktirt; Fruchtaugen röthlich braun, stumpf kegelförmig, wollig; Holzaugen stumpf, braun, anliegend, etwas wollig; Blatt sehr gross, eiförmig oder oval, auf der Oberfläche lebhaft grün, auf der Unterfläche matter, etwas wollig, stark doppelt gezähnt; Blattstiel lang, sowie die Blattrippen der Unterseite röthlich; Nebenblätter kurz, linienförmig.

Diel III. 1; Luc. VI. 3. a; Hogg. II. 1. B. * † October, November.