rosa schwein  

Danziger Kantapfel

 

 

 


Heimath und Vorkommen: Ueber den Ursprung dieses Apfels ist nichts Genaues bekannt; er ist seit langer Zeit unter den verschiedensten Namen in Holland und Deutschland verbreitet. Zur allgemeinen Anpflanzung wurde er in der ersten Versammlung deutscher Pomologen zu Naumburg empfohlen. Literatur und Synonyme: 1. Roode Kant (H. Knoop, pomologie, 1760). 2. Danziger Kantapfel (Diel, Kernobstsorten, XIV. 3). 3. Calvillartiger Winter-Rosenapfel (Diel, XX. 67). 4. Bentlebener Rosenapfel (Diel, XIII. 49). Ausserdem bei Diel noch als Lorenzapfel, Florentiner, Rother Liebesapfel u.s.w. 5. Calleville de Dantzick (André Leroy, Dictionnaire de pomologie No. 85). 6. Danziger Kantapfel (Illustrirtes Handbuch der Obstkunde No. 25). Gestalt: mittelgrosser, etwa 70 mm. breiter, 65 mm. hoher, oft unregelmässig gebauter Apfel; der Bauch sitzt in der Mitte und flacht sich nach Kelch und Stiel gleichmässig ab. Kelch: meist geschlossen; Blättchen lang gespitzt, grün, wollig; Kelcheinsenkung ziemlich flach, mit vielen Falten, und zum Theil flach über die ganze Frucht verlaufenden Rippen. Schale: fein, glatt, fettig sich anfühlend, Grundfarbe grünlich gelb, auf der Sonnenseite, oft auch auf der ganzen Frucht karmoisinroth verwaschen, geflammt und gefleckt. In feuchten Jahren sieht man bei besonnten Früchten fast gar nichts von der Grundfarbe. Fleisch: weisslich gelb, fein, weich, saftig, von gewürzhaftem, weinsäuerlichem Zuckergeschmacke. Kernhaus: hohlachsig; Fächer geöffnet, gross, aufgerissen, gut ausgebildete, lang zugespitzte, dunkelbraune Samen enthaltend; der durch die Gefässbündel umgrenzte Theil des Fleisches zwiebelförmig, stielwärts abgerundet, kelchwärts sanft zugespitzt; Kelchröhre stumpf kegelförmig; Staubfäden tief unten entspringend. Reife und Nutzung: Tafel- und Wirthschaftsfrucht ersten Ranges; sie zeitigt Ende October und hält sich bei guter Aufbewahrung bis Januar. Eigenschaften des Baumes: er wächst ziemlich rasch, wird früh tragbar und gedeiht in jedem nicht zu trocknen Boden, am besten jedoch in sandigem Lehmboden. Die Aeste stehen wagerecht ab und bilden eine ausgebreitete Krone. Die Sommertriebe sind lang, dunkelbraun und punktirt; Fruchtaugen abgestumpft kegelförmig, wollig; Holzaugen spitz, braun, anliegend; Blätter gross, auf der Oberfläche dunkelgrün, glänzend, auf der Unterfläche grau, wollig; stark gezähnt; Blattstiele stark, wollig; Afterblätter schmal lanzettlich, lang.

Diel I. l; Luc. IV. 2. b; Hogg. 1. C. ** †† Herbst, Winter.