rosa schwein  

Scharlachrothe Parmaene

 

 

 


Heimath und Vorkommen: sie ist englischen Ursprungs und scheint vor den zwanziger Jahren in Deutschland nicht eingeführt worden zu sein. Oberdieck empfahl sie in der allgemeinen Versammlung deutscher Pomologen zu Berlin, 1860; doch erst in Trier wurde sie unter die 50 zu empfehlenden Sorten aufgenommen. In Deutschland ist sie noch wenig verbreitet. Literatur und Synonyme: 1. Englische Scharlach-Parmaene (Diel XVI. S. III). 2. Scarlet Pearmain (Lindley, Guide to the orchard and kitchen garden, 1831, p. 33. No. 62). 3. Oxford's Peach (Elliott, Fruit book, 1854, p. 157). 4. Écarlate d'été (André Leroy, Dictionnaire de Pomologie, No. 151). 5. Scarlet Pearmain, Bell's Scarlet Pearmain, Hood's Seedling (Robert Hogg, the fruit Manual, 1875, S. 132). 6. Scharlachrothe Parmaene (Oberdieck, Illustrirtes Handbuch der Obstkunde, No. 142). Gestalt: mittelgrosse, etwa 65 mm breite, 60 mm hohe, abgestumpft kegelförmige Frucht; der Bauch sitzt stark nach dem Stiele, um den die Frucht sich zurundet und stark abstumpft; nach dem Kelche nimmt sie stärker ab und endet mit stark abgestumpfter Spitze. Kelch: halbgeschlossen; Blättchen grün, ziemlich lang, spitz, aufrecht mit nach aussen gebogenen Spitzen, schwachwollig; Kelcheinsenkung weit und tief, am Rande mit schwachen Falten, welche, oft kaum bemerkbar, über die Frucht hinaustreten und flach über dieselbe verlaufen. Stiel: holzig, wollig, braun, etwas hervorragend; Stieleinsenkung ziemlich tief und weit, wenig, oft auch gar nicht berostet. Schale: fein, glatt, beduftet, im Liegen oft geschmeidig, hellgelb; von der Grundfarbe ist jedoch auf der Sonnenseite nichts zu sehen, da die Frucht hier fast durchweg karmoisinroth gestreift und dazwischen hellroth getuscht ist. Punkte sehr fein, im Roth oft gelblich umringelt. Geruch schwach. Fleisch: gelblich weiss, unter der Schale bisweilen röthlich, fein, zart, weich und mürbe, von delikatem, gewürzhaftem, weinartigem Zuckergeschmacke. Kernhaus: hohlachsig; Fächer gross, fast geschlossen, zerrissen, viele, gut ausgebildete, länglich ovale, lang zugespitzte, braune Samen enthaltend; der durch die Gefässbündel umgrenzte Theil des Fleisches herz-zwiebelförmig, kelchwärts stark zugespitzt; Kelchröhre kurz kegelförmig; Staubfäden in der Mitte entspringend, gut erhalten. Reife und Nutzung: ausgezeichneter Tafel- und Wirthschaftsapfel, der Mitte oder Ende September reift und sich einige Wochen hält. Eigenschaften des Baumes: er wächst kräftig, bildet eine breitgewölbte Krone, ist sehr fruchtbar, kommt in leichtem und schwerem Boden gut fort, ist nicht empfindlich und gedeiht noch in trockenem Boden und unter wenig günstigen Verhältnissen. Die schön gefärbten Früchte reifen Ende September, weshalb der Baum mehr für Hausgärten, als für unbeschützte Lagen zu empfehlen ist. Sommertriebe fein, violett braunroth, schwach und fein punktirt, etwas wollig; Fruchtaugen stumpf kegelförmig, wollig; Blatt mittelgross, lang-eiförmig, stark gezähnt, unterseits wollig; Nebenblätter linienförmig.

Diel IV. 2; Luc. X. 2. a; Hogg II. 2. B. ** †† Ende September bis November.