rosa schwein  

Gelber Bellefleur

 

 

 

 


Diel I. 3; Luc. III. 1; Hogg. III. 2. A. ** †† Winter.

 

Heimath und Vorkommen: er stammt aus Amerika und hat seinen Ursprung im Staate New-Jersey; in den Vereinigten Staaten ist er sehr geschätzt. In Deutschland ist er noch nicht so verbreitet, als er es wegen seiner Tragbarkeit, Schönheit und Güte verdient. Auf meine Empfehlung wurde er in der 7. Versammlung deutscher Pomologen zu Trier im Jahre 1874 unter die 50 zur allgemeinen Anpflanzung empfohlenen Sorten aufgenommen. v. Flotow beschrieb ihn im Illustrirten Handbuch als Gelber Bellefleur und stellte ihn unter die Gulderlinge, Jahn bezeichnete ihn als Metzgers Calvill und zählte ihn unter die Calvillen. Gebrüder Baumann in Bollweiler erhielten ihn im Jahre 1834 direct aus Amerika und theilten ihn dem Garten-Director Metzger in Schwetzingen bei Heidelberg mit. Literatur und Synonyme: 1. Westfield Seek-no-Further (A. J. Downing, the Fruits and fruit trees of America, 1849, S. 26.) 2. Yellow Bellefleur (London Cat. No. 46). 3. Linoeus Pippin (André Leroy, Dictionnaire de pomologie No. 252). 4. Gelber Bellefleur (v. Flotow, Illustrirtes Handbuch der Obstkunde No. 19). 5. Metzger's Calvill (Jahn, Illustrirtes Handbuch No. 360). Gestalt: ziemlich grosser, etwa 60 mm. breiter, 80 mm. hoher, meistens hochgebauter Apfel; der Bauch sitzt wenig unter der Mitte und nimmt nach dem Kelche zu etwas stärker ab. Die eine Seite ist oft stärker entwickelt als die andere. Kelch: geschlossen oder halb offen; Blättchen lang, ziemlich breit, grün, wollig; Kelcheinsenkung flach oder etwas vertieft, mit feinen Falten und stärkeren über den Rand gellenden und über die ganze Frucht laufenden Rippen. Stiel: fleischig, stark, 15—20 mm. lang, bräunlich; Stieleinsenkung ziemlich tief, meist grün gefärbt, oft durch einen Fleischauswuchs verengt. Schale: glatt, vom Baume grünlichgelb, zur Lagerreife citronengelb, nicht selten auf der Sonnenseite schwach geröthet, mit zahlreichen bräunlichen Punkten, die im Roth gelblich umflossen sind. Rostfiguren finden sich nur selten. Fleisch: gelblich weiss, fein, saftig, mürbe, von sehr gutem, quittenartig gewürztem Geschmacke. Kernhaus: hochlachsig; Fächer sehr gross, calvillartig, geöffnet, aufgerissen, gut ausgebildete, rundlich ovale, lang zugespitzte Samen enthaltend. Der durch die grünlichen Gefässbündel umgrenzte Theil des Fleisches hoch zwiebelförmig, stielwärts herzförmig abgerundet, kelchwärts stark zugespitzt. Kelchröhre charakterisch tief, trichterförmig, fast bis an das Kernhaus gehend; Staubfäden da, wo sich die Röhre verengt, entspringend. Reife und Nutzung: vorzüglicher Tafel- und Wirthschaftsapfel, dessen Lagerreife im November beginnt und der sich bis März hält. Er darf nicht zu früh abgenommen werden. Eigenschaften des Baumes: derselbe wächst sehr kräftig und zeichnet sich durch etwas überhängende Aeste aus. Er trägt ungemein reichlich und fast Jährlich, blüht spät und gedeiht in jedem Boden, selbst in dem hiesigen leichten Sandboden. An Zwergstämmen, Pyramiden und Palmetten werden die Früchte ganz besonders schön und gross. Die Sommertriebe sind schwach, lang, braun, an der oberen Seite silbergrau schimmernd, stark zerstreut punktirt. Fruchtaugen eirund, wollig, Holzaugen zugespitzt, anliegend; Blätter gross, eilanzettlich, stumpf gezähnt, auf der Oberfläche dunkelgrün, glänzend, auf der Unterfläche grau, wollig; Stiel stark, kurz, röthlich; Nebenblätter abstehend, linienförmig. Der gelbe Bellefleur gehört zu den besseren Sorten; ich kann ihn wegen seiner Schönheit, Güte und Tragbarkeit auch da noch zur Anpflanzung empfehlen, wo der Boden nur leicht oder mittelmässig ist.