rosa schwein  

Großer Bohnapfel

 

 

 

 


Heimath und Vorkommen: er ist wahrscheinlich schon vor langer Zeit am Rhein gezüchtet und wird daselbst, aber auch im Würtembergischen, sehr viel angebaut, besonders vom Landmanne. Auf der ersten Versammlung deutscher Pomologen zu Naumburg im Jahre 1853 wurde er unter die anzupflanzenden Sorten aufgenommen. Literatur und Synonyme: 1. Der grosse Bohnapfel (Sickler, 1797, No. XXX b Taf. 11). 2. Grosser rheinischer Bohnapfel (Diel I. S. 220). 3. Gross-Bohn (André Leroy, Dictionnaire de Pomologie No. 195). 4. Grosser Bohnapfel (Illustrirtes Handbuch der Obstkunde No. 164. Gestalt: mittelgrosser, etwa 60 mm breiter, 56 mm hoher, meistens rundeiförmiger, oft auch kugelförmiger, sehr veränderlicher Apfel; der Bauch sitzt nur wenig unter der Mitte und wölbt sich nach Stiel und Kelch gleichförmig ab. Kelch: offen oder halbgeschlossen; Blättchen grün, wollig, kurz zugespitzt; Kelcheinsenkung flach, wenig breit, mit einigen meist ungleichen Falten versehen, die über die Höhlung hinaus gehen und sich als flache Erhabenheiten über die Frucht hinziehen. Stiel: kurz, dick, zuweilen auch dünn, braun, wollig, oft zur Seite gedrückt; Stieleinsenkung flach, schmal, selten mit Rost besetzt. Schale: glatt, glänzend, vom Baume grasgrün, lagerreif hellgelb, auf der Sonnenseite schön roth gestreift und gefleckt; Punkte zahlreich, besonders am Kelch, gelblich umflossen; Rostfiguren selten bemerkbar. Fleisch: grünlich weiss, selbst lagerreif noch ziemlich fest, anfangs herb und sauer, später saftig, etwas süsser, aber ohne alle Gewürz; seine lange Dauer berechtigt ihn einzig und allein zur Anpflanzung. Geruch fehlt. Kernhaus: schwach hohlachsig; Fächer geschlossen, kleine, gut entwickelte, rundlich ovale, lang zugespizte Samen enthaltend; der durch die Gefässbündel umgrenzte Theil des Fleisches hochzwiebelförmig, stielwärts abgerundet, kelchwärts lang zugespitzt; Kelchröhre trichterförmig, Staubfäden in der Mitte entspringend. Reife und Nutzung: ein Wirthschaftsapfel von grossem Werthe, der sich bis spät in das Jahr hinein hält und zum Dörren, Backen und zu Most gleich gut benutzt werden kann. Zur rechten Zeit abgenommen, welkt er nicht. Eigenschaften des Baumes: er wächst kräftig, ist sehr gesund, bildet eine hohe, pyramidale Krone, soll im Süden dankbarer tragen, als im Norden und kommt in jedem Boden und in jeder Lage gut fort. Die Früchte sitzen fest am Baume, weshalb er sich zur Bepflanzung der Wege und Strassen eignet. Sommertriebe kräftig, röthlich braun, schwach wollig, fein punctirt; Fruchtaugen stumpf kegelförmig, wollig; Holzaugen spitz kegelförmig, wollig, anliegend; Blatt gross, eilanzettlich oder lang oval, glänzend, unterseits sehr wollig, stark, gezähnt; Blattstiel kurz, schwach wollig; Nebenblätter schmal linienförmig. Er muss möglichst lange am Baume sitzen bleiben, weil er zu früh abgenommen, leicht auf dem Lager welkt.

Diel V. 3; Luc. XIII. 2. a; Hogg III. 2 B. †† ! Winter bis Sommer.