rosa schwein  

Boiken-Apfel

 

 

 

 


Heimath und Vorkommen: dieser Apfel kommt in der Umgegend von Bremen häufig vor; er wird dort seit langer Zeit angebaut und sehr geschätzt; er soll nach einem früheren Deichvoigt Boike benannt worden sein. Oberdieck machte in Berlin 1860 darauf aufmerksam, aber erst in Trier wurde er unter die 50 zu empfehlenden Sorten aufgenommen. In Deutschland ist er noch wenig verbreitet, verdient aber häufiger angepflanzt zu werden. Literatur und Synonyme: 1. Boiken-Apfel (Oberdieck, Illustrirtes Handbuch No. 90). 2. Boiken (André Leroy, Dictionnaire de Pomologie No. 61). Gestalt: ziemlich grosser, etwa 85 mm breiter, 70 mm hoher, flachgebauter Apfel; der Bauch sitzt in der Mitte, ist um den Stiel flachrund gewölbt; nach dem Kelche nimmt die Frucht mehr oder weniger stärker ab und ist mässig abgestumpft. Kelch: geschlossen; Blättchen grün, wollig, ziemlich breit und lang, aufrecht, mit nach aussen geneigten Spitzen; Kelcheinsenkung ziemlich tief und breit, mit schönen Kanten umgeben, von denen 5 über den Rand gehen und sich flach bis zur Stielhöhle hinziehen. Stiel: holzig, braun, etwas hervorragend; Stieleinsenkung tief und breit, strahlig berostet. Schale: glatt, geschmeidig, vom Baume hellgrün, lagerreif hellgelb, bald ohne Röthe, bald auf der Sonnenseite mit einem Anflug von bräunlichem Roth; Punkte häufig, weisslich oder braun, um Kelch und Stiel oft helle Rostflecken. Fleisch: schneeweiss, anfangs fest, fein, saftreich, später weicher, von angenehm gewürzhaftem, weinsäuerlichem Geschmacke. Kernhaus: hohlachsig; Fächer gross, gut entwickelte, eiförmige, kurz - zugespitzte Samen enthaltend; der durch die Gefässbündel umgrenzte Theil des Fleisches flach zwiebelförmig, stiel- und kelchwärts flach abgerundet und kurz zugespitzt; Kelchröhre kurz, kegelförmig; Staubfäden in der Mitte entspringend. Reife und Nutzung: er wird im Januar lagerreif und hält sich bis in den Sommer; ausgezeichneter Wirthschaftsapfel, im Sommer aber auch eine schmackhafte Tafelfrucht. Eigenschaften des Baumes: er wächst mässig, bildet eine sehr hohe, flach gewölbte Krone, ist sehr gesund und tragbar, blüht spät, und gedeiht in allen Bodenarten und in jeder Lage. Zur Bepflanzung von Strassen und Wegen ist er besonders zu empfehlen. Sommertriebe mittelstark, bräunlich, wollig, zahlreich punktirt; Fruchtaugen oval, wollig; Holzaugen spitz-kegelförmig, abstehend; Blätter länglich-oval, scharf zugespitzt, dunkelgrün, auf der Unterfläche wollig, scharf gezähnt; Blattstiel mittellang, dünn; Afterblätter kurz, linienförmig.

Diel I. 3; Luc. III. l. b; Hogg l. A. ** †† Januar — Sommer.