rosa schwein  

Rother Herbst-Calvill

 

 

 

 


Heimath und Vorkommen: nach André Leroy stammt er aus der Auvergne; 1670 wurde er von Claude St. Etienne zuerst beschrieben. In Deutschland und Frankreich ist er allgemein verbreitet und wurde im Jahre 1857 in Gotha von der Versammlung deutscher Pomologen zur Anpflanzung empfohlen. Literatur und Synonyme: 1. Calville d'automne (Claude St. Etienne, Nouvelle instruction pour connaître les bons fruits, 1670, p. 208). 2. Edelkönig (Diel II. l). 3. Himbeerapfel (Diel II. 6). 4. Rother Herbst-Calvill (Illustrirtes Handbuch No. 5). 5. Calleville rouge d'automne (André Leroy, Dictionnaire de pomologie No. 92). Gestalt: mittelgrosse, etwa 75 mm. breite, 70 mm. hohe Frucht; der Bauch sitzt etwas mehr nach dem Stiele zu. Die Frucht flacht sich platt nach unten ab und ist nach dem Kelche zu etwas mehr zugespitzt. Kelch: halb offen oder geschlossen; Blättchen grün, lang, wollig; Kelcheinsenkung flach, geräumig, mit meist 5 grösseren und auch kleineren Falten umgeben, welche über den Rand treten und sich deutlich über die Frucht verbreiten. Stiel: grün, dünn, 15 mm. lang, etwas über die tiefe, sternartig berostete Höhle hinausgehend. Schale: glatt, sehr fein, im Liegen sehr fettig werdend, dunkelblutroth, auf der Sonnenseite schwarzpurpurroth überzogen; Punkte fein, hellbräunlich; zeigt zuweilen auch schwärzliche Flecken. Fleisch: bis zu den Gefässbündeln mehr oder weniger rosenroth marmorirt, innerhalb derselben weiss, ziemlich fein, locker, mürbe, saftig, von angenehmem, gewürzhaftem, etwas weinsäuerlichem Geschmacke. Kernhaus: hohlachsig; Fächer gross, geöffnet, zerrissen, wenig ausgebildete, rundlich ovale, lang zugespitzte Samen enthaltend, der durch die Gefässbündel umgrenzte Theil des Fleisches zwiebelförmig, stielwärts und kelchwärts kurz zugespitzt; Kelchröhre kurz kegelförmig; Staubfäden in der Mitte entspringend. Reife und Nutzung: ein vorzüglicher Wirthschaftsapfel, der sogar für die Tafel noch Werth hat. Er wird anfangs October lagerreif und hält sich bis Neujahr. Eigenschaften des Baumes: er wächst ziemlich lebhaft und bildet eine rundliche Krone mit aufwärts strebenden Aesten; ist früh und reich tragbar. Wenngleich er auch noch in ungünstigen Lagen fortkommt, so gedeiht er doch am besten in geschützten Lagen, namentlich in Hausgärten. In Bezug auf den Boden ist er nicht wählerisch, wenn derselbe nur nicht zu trocken ist. Zur Topfcultur kann ich ihn sehr empfehlen; er bildet eine schöne Pyramide und trägt reich. Sommertriebe zahlreich, stark und lang, bräunlich roth, wollig, zerstreut punktirt; Blüthenaugen eirund, wollig; Holzaugen kurz, stumpf, anliegend; Blätter gross, breit oval, zugespitzt, stark gezähnt, auf der Oberfläche dunkelgrün, auf der Unterseite mattgrün; Blattstiel stark, wollig; Afterblätter abstehend, schmal lanzettlich.

Diel I. 1; Luc. I. 2. b; Hogg. II. 1. C. * †† October, Neujahr.