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International Apple Museum Institute for pomology, horticulture and agriculture in urban contexts

 

 

 


Wilhelm Lauche jun. (1859 - 1950)

Hofrat Dr. h.c. Wilhelm Lauche

 

„...Schon im 17. und 18. Jahrhundert stand hier (Lednice/ Eisgrub ) ein großes Schloss mit ziemlich umfangreichen, strengen Gartenanlagen...

            (Fürst Aloys ließ das Schloss in seiner heutigen Gestalt ausführen und nach Ideen des Engländers Parton, des Erbauers des Kristallpalastes in London ein großes eisernes Glashaus errichten, das bald Weltruf erlangte. Fürst Johann II. ...führte große Erweiterungen in den Parkanlagen durch. Die gärtnerische Leitung lag in den Händen von Wilhelm Lauche, einem Vetter des Muskauer Lauche ... Wilhelm Lauche hat hier nicht nur im Park große Aufgaben in vorbildlicher Weise gelöst, sondern in Lednice/Eisgrub eine Stätte von Gartenkultur geschaffen, die durch Jahrzehnte vorbildlich genannt werden musste.
....auch später hatte er noch Einfluss auf alle Fragen namentliche auf den Gebieten des Obstbaues und Gemüsebaues.
...Ohne sein Wirken wäre Lednice / Eisgrub für uns nur ein leerer Name. Mit den großen Mitteln, wie sie nur einem alten, reichen Gechlecht ... zur Verfügung  standen, ...und mit dem vollen Verständnis und Vertrauen von Fürst Johann II. ....schuf Lauche all das Erwähnte und dazu noch das Mendelinstitut für Pflanzenzüchtung.

            ...Die Parterreanlagen ums Schloss zeichnen sich durch (-S.2-) einen Reichtum von immergrünen Pflanzen aus. Hier wurde zum ersten Male Rhotodendron in großem Stile angewendet.

            Lauche war ein Meister im Verpflanzen ganz großer Bäume und konnte damit in wenigen Jahren einen Park gestalten, der einen reifen Eindruck machte...Berühmt (war) die Schwarznuss-Allee ...“

Dies sei vorausgeschickt, um einen Eindruck dieser Persönlichkeit zu gewinnen. 

Hofrat Lauche entstammte einer alten nordthüringischen Gärtnersippe. Schon der Schwiegervater von Wilhelm Lauche’s Urgroßvater Johann Wilhelm Lauche (1764 – 1836): Johann Christoph Hirschfeld (1730 oder 1736 – 1803) war Kunstgärtner. Ein Hirschfeld galt als die Obstbau-Autorität des 18. Jahrhunderts ( Geh.Rat Prof. Dr. Seelig – Kiel). Sogar J.Chr. Hirschfeld’s Vater: Jakob Heinrich H. war Gärtner ( In Frankenhausen), so dass von diesem in ununterbrochener Linie Gärtner als Vorfahren nachweisbar sind.

Eine Enkelin von Dr. h.c. Lauche ist zur Zeit ( z. Zt. der Niederschrift war Ilse Lauche ) Lehrling in Herrenhausen. Und hier hat heute noch Lauche’s Namen einen Ruf.

Lauche’s letztes Auftreten vor der großen Öffentlichkeit wird durch sein Hauptreferat am VIII: Internationalen Gartenbau-Kongress/ Wien 1927 gekennzeichnet sein. Am 24. September sprach er über Gärtnerisches Versuchs- und Züchtungswesen „ Ist die Angliederung gärtnerischer Lehranstalten zweckmäßig oder eine selbstständige Stellung derselben wünschenswert?“ – Wohl trat er öffentlich später noch einige Male hervor oder war zugegen. In Brünn hielt Hofrat Lauche seine Promotionsrede zum Dr. h.c. der technischen Wissenschaften über „ Die Bedeutung des dahingeschiedenen regierenden Fürsten Johann II. von und zu Liechtenstein für die Kunst, die Wissenschaften, die Landwirtschaft und den Gartenbau (1929). Sie erregte in der Presse Aufsehen, vor allem wegen der erstmaligen Bekanntgabe, dass dieser Mäzen innerhalb von 50 Jahren  eine halbe Billiarde österreichische Goldkronen resp. Kc, ohne Anrechnung der verschiedenen laufenden Stiftungen für Spitäler und sonstige Humanitätsanstalten, der Patronatslasten und Fundationen während der genannten Zeit ( auch der evangelsichen Kirche ließ er Gaben zukommen – als Nikolsburg bis 1560 zur Liechtenstein’schen Herrschaft noch gehörte, wurde die dortige Brüdergemeinde, Handwerker, direkt begünstigt), für Gnadengaben an Einzelne 44,43, für Kunst und Wissenschaft 16,83 erwähnter Summen zuwies. – 1930 war Lauche noch für die Kommission IV ( Versuchswesen beim IX: Internationalen Gartenbaukongress vorgesehen ( London), konnte sich aber nicht mehr entschließen, hier folge zu leisten. Er sann nach einem Nachfolger, der wieder die Personalunion Hofgartendirektion und Höhere Obst- und Gartenbauschule verwirklichen konnte.     Landesgartendirektor Reg.Rat Fritz Rattenberger konnte anscheinend von Wien nicht abkommen.
Chronologisch wird man sich bei Lauche schwer festlegen können. Es greift viel ineinander, vermied er auch selbst bei Aufzeichnungen in der Regel ein Datum. Wohl hat er Papiere hinterlassen, die in zeitlicher Aufeinanderfolge in Depeschenform Ereignisse seines Lebens festhalten. Aber was sollen diese wenigen Hinweise dem Nichteingeweihten besagen?

Publikationen... ( später)

  1. S.4 –

......

Wenn auch schon abgetastet wurde, in welchen Rahmen
die gärtnerische Größe Wilhelm Lauche gehört, muss nachgetragen
werden, was er an Mitgift nach Lednice / Eisgrub, seiner geliebten
Wirkungsstätte, mitbrachte.
Rudolf Lauche, sein Vater, stand. dem Gartenwesen
eines angesehenen Bankmannes von Frege, zuletzt als Gartendirektor, in Abtnaundorf , damals noch außerhalb von Leipzig,
vor, wo am 12. Juni 1859 Wilhelm, der Erstgeborene, ans
Licht der Welt kam. Wenn auch Rudolf Lauche gärtnerische
Kurse veranstaltete und gelegentlich auf einschlägigen Tagungen
auch Referate hielt, war sein Wirken mehr aufs Minutiöse
gerichtet, weniger auf große Gestaltung. Anders sein
älterer Bruder, der in Potsdam = Wildpark sogar mit Alexander
von Humboldt verkehrte, ja Ende der 70er Jahre selbst Australien
aufsuchte. Dieser Oheim Wilhelm Lauche (1827-83) übte
auf den „jungen Lauche“, wie Lauche= Lednice / Eisgrub lange hieß,
einen solchen Einfluss aus, dass dieser das Bild seines verehrten,
beim Botanisieren im Riesengebirge verunglückten
Meisters besonders in den letzten Jahren seines Lebens bevorzugte.

1876-77 war Lauche bei dem großen Pomologen und. Dendrologen Wilhelm Lauche senior praktisch tätig, wurde später auch noch Mitarbeiter von "Deutsche Pomologie", besuchte die Gartenlehranstalt, die zu Anfang des Jahrhunderts nach
Dahlem verlegt wurde, und wurde mit dem Universitätsprofessor
Alexander Braun bekannt. Mit Professor F. Kränzlin-Berlin
kam es von Eisgrub aus in rege Korrespondenz, dass dieser

Von: Jörg Spamer ( nach Notizen von Karl Lauche und Erzählungen von Hans, Helene und Ulrike Lauche)

mehr über den Hintergrund unter folgenden Links : Lauche Pomologie | Wilhelm Lauche jun. | Johann II von Liechtenstein |Eisgrub - Lednice | Gedenkblatt zur Ernenneung von Wilhelm Lauche zum Regierungsrat 1906 | Paris | Potsdam | Apfelblüten | Schloss Sansouci |